Zum Einsatz von Drogenkoffern durch die Polizei im Rahmen von Präventionsmaßnahmen

STELLUNGNAHME DER LS-LSA

Anlass für diese Stellungnahme waren verschiedene Anfragen. Einbezogen wurden Einschätzungen von Landeskoordinierungsstellen für Suchtprävention aus mehreren Bundesländern. Insgesamt erscheint der Einsatz von Drogenkoffern durch die Polizei im Rahmen von Präventionsmaßnahmen nicht mehr zeitgemäß. Mit Entwicklung der Qualitätssicherung und Evidenzbasierung in der Suchtprävention hat sich bestätigt, dass diese Ansätze (z.B. Zeigen von Drogen als Prävention) keine positiv präventiven Effekte haben und sogar eher die Konsumbereitschaft fördern. Auf unwirksame und potentiell schädliche Aktivitäten sollte in der Suchtprävention verzichtet werden.

Gut gemeint ist nicht gut gemacht: Zur (Un-)Wirksamkeit von (Sucht-) Präventionsangeboten …manche sind sogar schädlich

VORTRAG DER LS-LSA

Suchtprävention wird fachpolitisch und gesellschaftlich als hochwichtig eingeschätzt. Allerdings wird dieser Begriff sehr individuell gefüllt. Der Wissensstand über wirksame Konzepte ist inzwischen gut, aber
abseits der Fachöffentlichkeit kaum bekannt. Wenig bekannt ist auch, dass viele Konzepte wirkungslos sind. Hierzu zählen vor allem einmalige Veranstaltungen. Ein hoher Unterhaltungswert darf nicht mit suchtpräventiver Wirkung verwechselt werden.

Die Droge Crystal im Spiegel der Betreuungen an anerkannten Suchtberatungsstellen in Sachsen-Anhalt

Alle anerkannten Suchtberatungsstellen in Sachsen‐Anhalt dokumentieren elektronisch – koordiniert durch die LS‐LSA – mit EBIS, dem einrichtungsbezogenen Informationssystem. Erfasst wird der deutscheKerndatensatz, der über die DBDD – Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht am IFT ‐ Institut für Therapieforschung München an die EBDD – Europäische Beobachtungsstelle Drogen und Drogensucht mit Sitz in Lissabon geliefert wird.