Suchtselbsthilfetag 2016

5. Oktober 2016

SUCHTSELBSTHILFETAG 2016 „Suchtselbsthilfe in der Gesundheitsversorgung – Ressourcen sinnvoll nutzen“

foto_300916

Magdeburg, LS-LSA:  Der jährliche Suchtselbsthilfetag der Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt (LS-LSA) fand in diesem Jahr am Freitag, dem 30. September 2016 im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration statt. Rd. 75 Teilnehmende aus den Bereichen Suchtselbsthilfe und hauptamtliche Suchthilfe folgten der Einladung. Die Veranstaltung wurde mit Grußworten von Dr. Gabriele Theren, Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration, Manuela Knabe-Ostheeren, LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt e.V. und Anja Halle, Diakonisches Werk Ev. Kirchen in Mitteldeutschland e.V. eröffnet.

Themengebend war in diesem Jahr der Wandel in der Sucht(selbst)hilfe, der sich den letzten Jahren vollzieht sowie die Herausforderungen, denen sich die Sucht(selbst)hilfe gegenüber sieht. Mit der S3-Leitlinie zu alkohol-bezogenen Störungen wird z.B. erstmals unter bestimmten Voraussetzungen die Konsumreduktion als individuelles (Zwischen-)Ziel anerkannt. Früher war die Abstinenz das Ziel in der Überwindung der Suchterkrankung, das wenig in Frage gestellt wurde. Älter werdende Gruppenbesucher spiegeln den demografischen Wandel, berufliche Mobilität erschwert die regelmäßige und langfristige Gruppenteilnahme.

Auch die Suchtprobleme sind heute vielfältiger, neue Suchtformen sind dazu gekommen. Glücksspielsucht, Onlinesucht, Mediensucht etc. stellen neue Anforderungen an die Suchthilfe in allen ihren Facetten.

Helga Meeßen-Hühne, Leiterin der LS-LSA, stellte die Netzwerke der Sucht-Selbst-Hilfe in Sachsen-Anhalt vor und erläuterte die Zusammenarbeit von Suchtselbsthilfe mit der professionellen Suchthilfe im Land. Im Wesenskern seien Suchtselbsthilfegruppen „Erzählgemeinschaften“, in denen Selbst-Betroffene mit- und voneinander lernen. Suchtselbsthilfegruppen waren die ersten Gemeinschaften dieser Art und bildeten gewissermaßen die „Blaupause“ für Selbsthilfegruppen in anderen Gesundheitsbereichen.

Wiebke Schneider, Geschäftsführerin des Deutschen Guttempler-Ordens (I.O.G.T.) e.V., zeigte die vielen Formen und Gesichter der Suchtselbsthilfe: jede sei auf ihre Weise wirksam. Der Stellenwert der Suchtselbsthilfe in der Gesundheitsversorgung sei hoch. In den letzten Jahren werde die Betroffenenkompetenz der Suchtselbsthilfe verstärkt angefragt, z.B. bei der Entwicklung von medizinischen Behandlungsleitlinien.

Manfred Fiedelak, Blaukreuz-Referent für Sachsen-Anhalt und Thüringen, erläuterte den wesentlichen Beitrag, den die Suchtselbsthilfe zur Enttabuisierung und Entstigmatisierung der Suchterkrankung vielerorts bereits leistet. In allen Gesellschaftsschichten sind Menschen suchtkrank, diese Erkenntnis sei inzwischen weiter verbreitet als noch vor 10 Jahren.

Reinhard Bürger von der Suchtselbsthilfegruppe Blauer Ring e.V. Haldensleben führte durch den Tag, der von allen Anwesenden als sehr bereichernd erlebt wurde.

Wir freuen uns über Berichterstattung in Ihren Medien.

PRESSEINFO


› Alle Neuigkeiten lesen